...Grundlagen Tennistaktik

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Allgemeines

Ohne einen bestimmten (Sport-)Wissenschaftler zu diesem Thema zu zitieren, mag die "Taktik" hier als strategischer Kompromiss zwischen der Nutzung der eigenen Stärken (z.B. konditionelle oder koordinative Aspekte, bestimmte Schlagart, -richtung, -drall...) im Verhältnis zu den Schwächen des Gegners zu betrachten sein. Mit geplanten und zielgerichteten Maßnahmen und Handlungen versuchst du also das Spielgeschehen zu deinen Gunsten zu entscheiden. Hier solltest du aber stets abwägen, ob deine Überlegungen / Ausführungen sinnvoll und erfolgsorientiert sind. Erkennt dein Trainer auf der Bank beispielsweise eine Schwäche deines Gegners bei flachen Bällen auf der Vorhandseite, rät er dir eventuell zu Rückhand-Slice Bällen. Beherrscht du den Slice allerdings nicht vollkommen, nutzt dir die vermeintliche Schwäche des Gegners nichts, denn deine eigene Fehlerquote wird steigen.

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Einzel-Taktik

Nachfolgend ein paar vermeintlich kluge Bemerkungen zur Tennis-Taktik (vorwiegend im Einzel):

"Taktik wie Technik" - Wie in der Einleitung oben angedeutet sollst du immer nur die taktischen Züge wählen, die du auch technisch durchführen kannst. Versuche dem Gegner deine eigenen Stärken aufzuzwingen und deine Schwächen zu verdecken. Clevere Spieler erkundigen sich allerdings bereits im Vorfeld der Party nach deinen Schwächen bzw. erkennen diese ggf. bereits beim Einschlagen.

"Sicherheit" - Mehr als zwei Drittel aller Punkte im Tennis werden wohl durch Fehler gemacht, also nicht durch direkte und schön anzusehene eigene "Winner"-Punkte. Also konzentriere dich darauf, zuerst keine Fehler zu machen, ehe du versuchst, direkte Punkte zu erzielen. Problematisch wird diese Sichtweise allerdings dann, wenn durch "übervorsichtiges" Spielen dein Gegner vermehrt direkte Punkte erzielt und dich fortwährend unter Druck setzt.

"Geduld" - Versuche möglichst auch in heiklen, spannenden und wichtigen Situationen nicht die Geduld zu verlieren. Ballwechsel sind meistens in knappen Situationen länger als vielleicht zu Beginn eines Satzes. Lass dich auch beim 31. direkten Punkt des Gegners nicht aus der Ruhe bringen, vielleicht hat er ja parallel schon 32 unbedrängte Fehler gemacht. Selbst deine Körpersprache zwischen den Ballwechseln verrät bzgl. deiner Geduld einiges ("nervöses Handtuch" oder nervenstark und gelassen).

"Prozenttennis" - Darunter versteht man die Fähigkeit, die Chancen seiner Schläge realistisch einzuschätzen. Vermeide also Schläge, bei dem du nicht mindestens die magischen 51% Erfolgschancen hast. Ein "Zauberschlag" mag zwar das Publikum begeistern, das aber auch nur, wenn du diesen erfolgreich trainiert hast bzw. besser noch im Match umsetzen kannst.

"Anpassungsfähigkeit" - Du musst auch einmal in der Lage sein, dich notfalls an das Spiel des Gegners anzupassen. Das soll aber keinesfalls heissen, dass du deine Stärken vergisst und nicht mehr anwenden sollst. Wenn dein Gegner aber stets Serve and Volley spielt, nützt es halt wenig, wenn du deinem soliden Grundlinienspiel hinterhertrauerst bzw. die Grundlinienwühlerei herbeisehnst.

"Einfachheit" - Achte besonders in kritischen Situationen darauf, dass du die eigene "Schönspielerei" nicht übertreibst. Spiel besser schnörkellos und zielgerichtet.

"Kontrollierte Offensive" - Versuch den Gegner entweder zeitweise oder bei einem "guten" Tag durch Risikofreude und Aggressivität unter Druck zu setzen. Dabei sollte die Fehlerquote aber nicht die magische 49%-Grenze überschreiten.

"Nie aufgeben" - Verliere in scheinbar aussichtslosen Situationen nie die Hoffnung auf Erfolg. Ein Spiel ist bekanntlich erst beendet, wenn der Matchball vom Gegner verwandelt wurde. Auch bei einer eigenen, haushohen Führung solltest du nicht unkonzentriert und leichtsinnig werden.

"Variabilität" - Zeige dich auch einmal kreativ und versuche, durch neue Überraschungselemente den Spielrhythmus des Gegners zu brechen. Sonst stellt er sich schnell auf dein vermeintlich monotones Spielsystem ein und findet ggf. eine Lösung zum Erfolg. Bring dich durch übertriebene Variabilität aber nicht selbst aus dem Rhythmus.

"Räumliches Denken" - Beim Lob, Passierschlag etc. sollte man möglichst nicht das Netz anvisieren, sondern an den Bereich denken, in den man den Ball spielen will. Dabei geht man der Gefahr, den Ball ins Netz oder ins Aus zu schlagen aus dem Weg. Vielleicht hilft es dir auch in langen und zähes Grundlinie-Duellen, das Netz etwas höher (z.B. als Badminton-Netz) vorzustellen. Insbesondere Topspin-Bälle haben ja wenige riskante Millimeter über der Netzkante in der Regel nichts zu suchen.

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Doppel-Taktik

Allgemeines
Beim Doppel bzw. Mixed steht sich je ein Paar gegenüber, es wird folglich mit vier Spielern gespielt. Das Spielfeld verbreitert sich um die Seitenstreifen, sprich um 1,37 m auf jeder Seite. Die Regeln entsprechen im Wesentlichen denen des Einzels, mit dem Unterschied der Aufschlag- und Return-Reihenfolge. So darf nach jedem Satzgewinn das aufschlagende Paar entscheiden, wer von beiden mit dem Service beginnt. Ebenso dürfen die Partner die Spielfeldseiten (VH/RH) tauschen, was generell aber unüblich ist.

Aufstellung
Der Aufschläger (A) sollte nach Möglichkeit weiter außen stehen, sprich in der Halbierenden seiner hälftigen Spielfelddoppelseite. Der Rückschläger (R) steht quasi unverändert zum Einzel, je nach taktischen Erwägungen weiter außen oder offensiv auf der Grundlinie. Der Netzpartner des Aufschlägers steht je nach Körpergröße und taktischen Verhaltens ca. zwei Meter vom Netz entfernt hälftig seiner Spielfeldseite. Der Netzpartner des Returnierers steht ggf. weiter vom Netz entfernt auf T-Linienhöhe, um bei verunglückten Returns seines Partners defensiv reagieren zu können oder beim ersten Netzaufrücken des returnierenden Partners auf gleicher (Aufschlaglinien-) Höhe zu stehen. Defensive Varianten - das rückschlagende Paar steht geschlossen an der Grundlinie - sieht man seltener, ebenso, wie die "australische Aufstellung" des Aufschlagpaares ( Aufschläger und Netzspieler stehen quasi hintereinander auf einer Höhe bzw. Seite, um dann flexibel erst nach dem Service eine offenere Seite abzudecken).

Traditionelle Doppelaufstellung

Doppel-Taktik

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